Wartung eines der Haupttriebwerke des Space Shuttles
Foto: NASA/Stennis Space Center archive.org

Software entwickelt sich ständig weiter: Sie kann mehr, wird schneller oder einfacher. Auch Contao und andere Redaktionssysteme werden mit jeder neuen Version sicherer, benutzerfreundlicher, besser. Je nach Umfang der eigenen Website kann so ein Update aber auch schnell zu einer komplexen Aufgabe werden.

Die Versionierung vieler Softwareprojekte wie Contao folgt dem Schema der semantischen Versionierung (Details für Technikinteressierte). Bei jeder neuen Version wird eine dreistellige Versionsnummer vergeben, die anzeigt, wie viel sich mit einem Update ändert. Das lässt einen – vorsichtigen – Rückschluss auf den zu erwartenden Aufwand zu.

Eine dreistellige Versionsnummer setzt sich zusammen aus Major-, Minor- und Bugfix-Version
Die dreiteilige Versionsnummer besteht aus Major-, Minor- und Bugfix-Version

Major, Minor, Bugfix?

Durch diese Dreiteilung lassen sich drei Updatetypen unterscheiden:

  • Bugfix (4.4.46 auf 4.4.47) eher geringer Aufwand ⛺
  • Minorupdate (4.4.x auf 4.5.x) geringer bzw. etwas Aufwand 🏠
  • Majorupdate (3.x.x auf 4.x.x) größerer Aufwand 🏭

Bugfixes und Minorupdates sind per Defintion rückwartskompatibel: Sie reparieren Probleme in bestehenden Funktionen (Bugfix) oder fügen neue hinzu (Minorupdate), aber sie entfernen keine bestehenden Funktionen. Dadurch wird garantiert, dass Themes, Templates und eingesetzte Erweiterungen nicht angepasst werden müssen.

Keine Regel ohne Ausnahme!

Soweit die Theorie: Leider kann es vorkommen, dass ein Bugfix oder Minor-Update doch Änderungen enthält, die nicht rückwartskompatibel sind. Dann sind doch Anpassungen an der eigenen Website nötig – diese halten sich aber meistens in Grenzen.

Bei einem Majorupdate ist hingegen mit deutlich mehr Aufwand zu rechnen. Funktionen werden entfernt oder umgestrickt, alte Gewohnheiten und Arbeitsabläufe ändern sich. Lieb gewonnene Erweiterungen sind noch nicht kompatibel (und werden es vielleicht auch nicht mehr).

Für alle Updatetypen gilt: Je schlanker und einfacher das System, desto einfacher die Updates. Verwendet ihr nur Contao alleine, laufen die Updates sehr gut. Schwierig(er) wird es, wenn ihr viele individuelle Anpassungen vorgenommen habt oder viele Erweiterungen von Drittanbietern einsetzt. All das muss kompatibel sein bzw. kompatibel gemacht werden zu der neuen Version.

Auch Sicherheitsupdates sind Bugfixes, weshalb sie sich meistens mit wenig Aufwand installieren lassen. Die Seite nach einem Angriff wiederherzustellen ist sicherlich aufwendiger.

Muss ich jedes Update mitmachen?

Unserer Meinung nach ist jede neue Contao Version besser als die vorherige. Es schadet auch nicht, immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Wenn ein Update aber ein Problem in einer Funktion behebt, die ihr gar nicht benutzt oder in eurem System sogar deaktiviert habt, ist es nicht zwingend notwendig das Update zu installieren.

Sicherheitsrelevante Updates hingegen sollten immer zeitnah eingespielt werden. Wird ein solches Update veröffentlicht, wird auch die Sicherheitslücke bekannt, sodass Menschen mit böswilligen Absichten diese ausnutzen könnten, solange das System nicht aktualisiert ist.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich aber, von Zeit zu Zeit das System zu aktualisieren, um nicht den Anschluss zu verlieren. Auch wenn eure Website nicht ständig mit neuen Inhalten versorgt wird, ändert sich die (Software-)Welt drumherum:

Der Server wird aktualisiert, genau so wie die Browser, mit denen eure Kund*innen auf die Website kommen – das Redaktionssystem muss damit Schritt halten. Wenn ihr lange Zeit keine Updates einspielt, kann der Punkt kommen, an dem euer Hoster (wenn ihr ein Shared Hosting nutzt) den Server aktualisiert und euer Redaktionssystem dazu (noch) nicht kompatibel ist. Dann ist häufig mit mehr Aufwand zu rechnen.

TL;DR

  • Sicherheitsrelevante Updates sollten immer zügig eingespielt werden; der Aufwand ist gering, aber der Ärger umso größer, wenn ihr doch einmal gezwungen seid, eure Website offline zu nehmen.
  • Bugfixes sind mit wenig Aufwand eingespielt, Minorupdates in der Regel auch. Major-Updates können recht aufwendig werden, aber es ist ein Investment in die Zukunftsfähigkeit der eigenen Website (und damit des eigenen Geschäftsmodells).

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